Es war schon später Nachmittag, als die drei Holzfäller Bob, Johnny und Pierre das Holz für den nächsten Tag auf schichteten und darauf warteten, dass Cliff mit dem Laster kam, um sie abzuholen.
„Ich freu’ mich schon auf die Pfannkuchen und die ordentliche Portion Ahornsirup, die ich mir gleich genehmigen werde“, meinte Bob.
„Du meinst wohl eher den Whisky!“ ergänzte Johnny und die drei lachten.
Als Bob gerade seine Kettensäge aufhob, sah er plötzlich etwas Merkwürdiges. Aus dem nahen Wald kam eine behaarte Gestalt auf sie zugerannt und fuchtelte wild mit den Armen. Bob fixierte sie eine Weile und sagte dann: „Jungs, seht mal, ich glaub da vorne ist der Sasquatch!“
„So ein Blödsinn“, meinte Johnny. Pierre hob seine Axt auf und stellte sich neben Bob. Als die beiden Holzfäller wie gebannt auf den Waldrand starrten, kam auch Johnny dazu.
„Scheiße, ihr habt Recht. Und das wo wir heute kein Gewehr dabei haben“, sagte er und griff ebenfalls nach seiner Axt.
Die drei Männer blickten schweigend auf den schnell näher kommenden Bigfoot und umklammerten ihre Waffen. Der Bigfoot sah grauenerregend aus. Den Holzfällern rutschte ihr Herz in die Hose. Doch schlimmer als sein heruntergekommenes Aussehen war sein markerschütternder Schrei: „Jungs, isch bin’s!“
„Verschwinde Bigfoot, sonst spalten wir dir den Schädel!“ brüllte Bob zurück.
Der Sasquatch hielt entsetzt inne. „Aber Jungs, erkennt ihr misch denn nischt? Isch bin’s euer alter Kumpel!“ rief er ihnen zu und zeigte mit beiden Händen auf sein Gesicht.
„Du bist nichts weiter, als ein hässlicher Bigfoot!“ schrie Johnny. „Troll dich zurück in deinen Wald, sonst kannst du was erleben!“
Doch der Sasquatch ließ nicht locker: „’ey Leute, isch bin’s, Pierre euer Kollege. Der richtige Bigfoot steht genau neben euch!“
Die beiden anderen Holzfäller blickten auf den echten Pierre und musterten ihn gründlich. Ein bisschen stark behaart und etwas zu groß war er ja schon. Sogar im Vergleich zu dem Bigfoot, aber es war unverwechselbar ihr Pierre.
Der Bigfoot rief weiter: „’ört mir zu: Der Bigfoot hat misch vor einem Monat überfallen, meine Sachen geklaut und misch im Wald liegen lassen. Ihr müsst doch sehen, dass er kein Mensch ist. Außerdem kann er doch kein Wort sprechen“
„Was meinst du denn dazu, Pierre?“ fragte Johnny ihn. Pierre zuckte mit den Schultern.
„Du hast ja ein Rad ab!“ schrie Bob den Sasquatch an.

Aber dieser antwortete: „Seht ihr denn nischt, dass er braune ’aare ’at. Isch ’abe schwarze ’aare. Außerdem ’at er Fell auf den ’änden.“
„Langweilig!“ spottete Johnny und hustete in seine Handfläche.
„Also gut“, rief der Bigfoot und drehte den Holzfällern sein Hinterteil zu, „seht ihr das Muttermal auf meinem ’intern? Es ’at die Form von Arkansas und ihr ’abt misch unter der Dusche immer damit aufgezogen!“
Bob drehte sich mit der Kettensäge zu Pierre. „Lass doch mal deine Hose runter, Pierre“, befahl er. Pierre ließ seine Hose runter und entblößte seinen überaus stark behaarten Hintern.
Johnny starrte ihm auf den Arsch. „Mm, da ist auch ein Muttermal“, meinte er, „aber es hat die Form von Uganda!“
„Ok, Pierre, du hast recht! Wir haben dir unrecht getan“, rief Bob nun an seinem echten Kollegen gewannt. Pierre hüpfte vor Freude in die Luft. Dann lief er glücklich über die Strasse auf sie zu, während die anderen den Bigfoot in Pierres Sachen im Auge behielten, der noch immer mit heruntergelassenen Hosen da stand.
In diesem Moment kam ein großer Laster um die Kurve gebrettert. Pierre blieb erschrocken im Lichtkegel des LKWs auf der Strasse stehen und wurde krachend über den Haufen gefahren. Der Laster bremste. Cliff kurbelte das Fenster runter. „Da habt ihr ja noch mal Glück gehabt. Um ein Haar hätte sich dieser verdammte Sasquatch von hinten an euch ran geschlichen“, meinte er und blickte sie an. „Warum hat Pierre denn seine Hose runtergelassen? Wolltet ihr noch mal sein Arkansasmuttermal sehen?“
Die Holzfäller schauten betroffen auf die Leiche, die der Laster hinterlassen hatte und sahen sich fragend an. Dann zuckte Pierre mit den Schultern. Die anderen taten es ihm nach und er zog sich die Hose wieder hoch.
„Nee, wir haben uns geeinigt, dass es doch eher wie Uganda aussieht“, erklärte Bob, als die drei zu Cliff in den Wagen stiegen.