Jul 16

Jesus und seine nervigen Jünger

Irgendwann nerven diese ständigen Anbiederungsversuche und Betteleien der Christenheit. Denkt doch mal selber nach, das hält gesund!

 

Okt 29

Kennen Sie die Jesus-rettet-Frau? Jene religiöse Fanatikerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit einem kolossalen Schild durch die Innenstädte größerer Metropolen zu pilgern und nach Menschen zu fahnden, denen sie ihre viersilbige Botschaft verkünden kann.

In unserer Gesellschaft ist es ja so, dass religiöse Menschen, ihrem Eifer entsprechend, bei anderen Bevölkerungsschichten durchaus als verrückt angesehen werden. Ein Umstand, den einige Verrückte zum Anlass nehmen, diese Bevölkerungsschichten neu zu bekehren, was uns unter anderem die Jesus-rettet-Frau beschert hat.

Aber selbst seriöse Religionsgemeinschaften geben zu, dass in der Gesellschaft zu wenig über Religion gesprochen wird. Schwierig ist es daher für Gäubige, Ungläubige zu finden, die sich trotzdem mit ihnen über Jesus und Co zu unterhalten. Ein Problem, das auch Mitglieder der Kirche-Jesu-Christi-der-Heiligen-der-letzten-Tage kennen. Sie wissen schon, diese Anzugträger mit Namenschildchen, die immer zu zweit umher vagabundieren, alle Elder heißen und unter dem Namen Mormonen bekannt sind. Was aber nun, wenn die Jesus-rettet-Frau mit einem Mitglied der Kirche-Jesu-Christi-der-Heiligen-der-letzten-Tage zusammentrifft?

Nun, ich habe es erlebt, möchte aber an dieser Stelle nichts verraten. Das wäre so, als ob man preis geben würde, was man zu Weihnachten verschenken wird. Damit würde eine Überraschung lediglich zum Geschenk degradiert. Und das in einer Gesellschaft, in der man ohnehin alles sofort haben möchte. Nein, ein bisschen geheimnisvollen Zauber, etwas Unerreichbares, eine gewisse Resttrenzendens muss man sich auch noch aufsparen. Nur so viel möchte ich verraten, um die Neugierde ein wenig zu wecken:

Wenn Sie zufällig irgendwo beim Weihnachtsgeschenkekaufen in der Innenstadt eine tattrige Frau sehen, die ein großes Schild hält, auf welchem in großen Lettern „Jesus rettet!“ steht, dann sprechen Sie sie an und geben Sie sich als Mormone aus. Aber seien Sie gewarnt. Mit diesem Schild wurden vor meinen Augen schon einmal zwei muskulöse Elders verprügelt.

 

Aug 10

In einem Land in dem man seinem Kind den Namen Speedy, Prestige oder gar Galaxina verpassen darf wird es doch wohl möglich sein sein Kind Jesus zu nennen. Richtig - in Deutschland ist dieser Name als Vorname für einen Jungen durchaus zulässig.

Aber trotzdem ist natürlich nicht jeder Name erlaubt. So sind die Namen Tom Tom, Schmitz oder Frieden-Mit-Gott-Allein-Durch-Jesus-Christus von deutschen Gerichten abgeschmettert worden. Eigentlich schade, besonders für den letzten…

http://www.beliebte-vornamen.de/85-gerichtsurteile.htm

 

Aug 10

Jesus Anziehspiel

Normalerweise halte ich ja nichts von Links auf dubiose Seiten, aber das ist echt der Hammer. Für alle die gegen Pornografie sind und nicht wollen das Jesus nackt am Kreuz hängt: http://www.jesusdressup.com/

 

Jun 30

Jesus kleines Paradies

Dieses Bild sollte ursprünglich das Cover der ersten Bibel aus dem Jahre 131 zieren. Doch durch eine peinliche Verwechslung verschwand es, kurz vor der Fertigstellung des Buches, für viele Jahrhunderte von der Bildfläche und wurde erst kürzlich von einer, als Nonne verkleideten, Prostituierten im Archiv des Vatikans wiederentdeckt.

Ein Sprecher des Vatikans schließt nicht aus, dass die Bibel in ihrer ursprünglich geplanten Fassung neu aufgelegt werden könne, schließlich sei damit eine Menge Geld zu machen.

Die prostituierte Finderin hingegen hatte weniger Glück. Sie wurde, trotz der Forderung einiger Bibelforscher, nicht heilig gesprochen, da sie keine offizielle Aufenthaltsgenehmigung besaß und meinte, dass der Vatikan sie gehörig gefickt habe.

 

Jun 15

Jesus-Krischna.de 1.0

Für alle, die noch die noch die alte Jesus-Krischna.de Seite in Erinnerung haben und sich auf der neuen nicht richtig zurechtfinden ist hier noch mal einen Link ins Archiv:

Alte Version

 

Jun 11

Jesus Popel

Auch einem Gott kann in der Kirche langweilig werden…

 

Jun 11

Jesus trommelte mit seinen Fingern rhythmisch auf den Küchentisch. Krischna fasste zusammen: „Also du spielst die E-Gitarre und ich mach’ den DJ. Wen sollen wir denn als Drummer nehmen? Wie wäre es mit Thor? Der hätte doch sicher auch nichts gegen ein Comeback.“
Jesus trommelte weiter und zuckte mit den Schultern dazu, als ob er tanzen würde: „Nee, keine Chance. Ich hab ihn gefragt. Sein neuer PR-Manager hat ihm geraten, nur Heavy Metal zu spielen. Ich fände es aber besser, wenn wir da nicht schon zu festgelegt ran gehen.“
„Ja das stimmt“, bestätigte Krischna.
„Wen hast du denn sonst noch auf deiner Wunschliste?“, fragte Jesus.
„Keine Ahnung, aber ich wäre da für ein paar nicht so bekannte Götter, damit die uns nicht die Show stehlen“, sagte Krischna und Jesus nickte.
Es klopfte an der Tür. Krischna machte auf. Ein Mann mit Ziegenhörnern steckte seinen Kopf durch den Türrahmen. „Hallo, ich hab gehört ihr wollt ’ne Band gründen?“ Der Inder warf die Tür zu. Der Fremde konnte gerade noch rechtzeitig den Kopf einziehen. „Wer war’s?“, fragte Jesus.
„Ach bloß Pan, der Idiot”, antwortete Krischna gereizt.
„Dass der uns auch nie in Ruhe lassen kann. So ein blöder Mitläufer!“, erwiderte sein Kumpel.
Dann fragte er: „Hey, was ist denn mit diesem Orpheus? Der soll doch ’ne recht passable Singstimme haben.“
Krischna seufzte: „Der war ja eigentlich gar kein richtiger Gott. Jedenfalls hat sich das sowieso erledigt, da er von den Sirenen zerrissen wurde.“
„Oh!“, sagte Jesus bedauernd.
„Die Sirenen sind allerdings noch nicht unter Vertag“, meinte der Inda.
„Neee“, antwortete Jesus, „die sind viel zu aufdringlich. Außerdem, Frauen als Sängerinnen… Die gehören doch hinter den Herd.“
„Ja, da hast du auch wieder recht.“ stimmte Krischna zu, auch wenn das eigentlich gar nicht seine Meinung war. „Lass uns doch noch was Exotisches nehmen“, meinte sein Freund. „Gab’s nicht von den acht Unsterblichen einen mit ’nem Instrument? Asiaten kommen doch zur Zeit gut an.“
In diesem Moment klopfte es an der Fensterscheibe. Es war Pan und er rief: „Hey Leute, ich kann jetzt sogar Jazzflöte spielen.“
„Wie kommt der denn hier rauf? Ich wohn’ doch im dritten Stock“, sagte Krischna. Jesus machte dass Fenster auf und Krischna kippte Pan mitsamt der Leiter um. „Verpiss dich endlich. Und deine Jazzflöte kannst du dir in den Anus rammen!“, rief Krischna ihm nach und rieb sich die Hände.
„Ist der eigentlich unsterblich?“, fragte Jesus.
„Jeder ist doch unsterblich“, sagte Krischna, „zumindest bis man stirbt.“
Beide lachten und der Heiland machte das Fenster wieder zu.
„Wir könnten doch, wenn Thor nicht will, einfach Raiden nehmen. Der ist doch sozusagen Thors japanisches Pendant. Da hätten wir ’nen super Drummer und obendrein was Exotisches für unsere Band“, meinte der Inder.
„Hört sich gut an“, gab Jesus zu. „Sollen wir eigentlich auch ein bisschen Ska machen? Ich kenn da ein paar Engel die können ganz passabel Posaune spielen.“
Krischna zog eine Grimasse: „Du meinst doch nicht etwa die Engel der Apokalypse? Weißt du nicht mehr was letztes Mal passiert ist als…“
Rums - die Beiden blickten sich zum Kamin um, wo ein verrußter Satyr saß. „Och nee, gerade frisch geputzt“, raunzte Krischna vor sich hin.
„Was willst du denn schon wieder hier?“, fragte Jesus gereizt.

Pan erklärte: „Ich flog gerade zufällig vorbei und da hab ich, ohne es zu wollen, gehört, dass ihr eine Band gründen wollt…“
„Da musst du dich verhört haben“, sagte Krischna schroff. „Wir wollten gerade ein Bad gründen.“
„Ja, genau“, log Jesus, „ein Heilbad. Außerdem, seit wann kannst du überhaupt fliegen?“
„Ich hab’ mir Hermes Flügelschuhe geliehen“, antwortete Pan. „Kann ich mitmachen, bei eurem Heilbad?“
Die beiden guckten sich böse an. „Nee, geht nicht“, meinte Krischna, „du vergraulst uns die Gäste. Außerdem wollte ich gerade Feuer machen!“ Er nahm etwas Holz vom Stapel und warf es in Pans Richtung, der sofort den Kamin wieder herauf flog.
„Willst du wirklich Feuer machen?“, fragte Jesus. „Schließlich haben wir Mitte Juli.“
„Mir doch egal! Hauptsache dieser dämliche Bock belauscht uns nicht wieder durch den Kamin“, erklärte der Inder während er ein Streichholz zwischen das Feuerholz warf.
„Also weiter. Jetzt brauchen wir noch mindestens einen Sänger und einen Bassisten“, stellte Jesus klar.
„Ach, singen können wir zur Not auch selber. Aber mir fällt partout kein Gott ein, der Bass spielt“, sinnierte Krischna. Jesus, der oft heimlich unter der Dusche singen geübt hatte, fand das sei eine ganz gute Idee. So würde er sogar Frontmann dieser Band werden, was ihm ganz entgegen kam. Aber einen Bassisten kannte er auch nicht.
Dann hörten die beiden wieder Gerumpel an der Tür. Sie sprangen sofort auf um zu sehen was passiert war. Pan hatte den Kopf durch die Katzenklappe gesteckt und sagte: „He Jungs, fehlt euch noch ein Bassist? Vielleicht kann ich euch aushelfen.“
„Verdammt, die Katzenklappe“, fluchte Krischna.
„Seit wann hast du ’ne Katze?“, wollte der Heiland wissen.
„Die Klappe ist noch von der Vormieterin. Ich wollte dich eigentlich bitten sie für mich zu schließen, du bist ja immerhin gelernter Tischler“, sagte Krischna.
„Kannst du überhaupt Bass spielen?“, fuhr Jesus Pan an.
„Jedenfalls kann ich besser Bass spielen als ihr beide singen könnt“, meinte Pan belustigt.
Jesus und Krischna warfen sich finstere Blicke zu. Dann riefen sie beide: „Was du auch?“
„Du willst mich wohl aus dem Rampenlicht haben, oder was?“, meinte Krischna böse.
„Und du? Ich dachte du spielst lieber Flöte, wie unser dämlicher Freund hier“, stänkerte Jesus zurück.
Krischna erwiderte: „Panflöte? Bist du verrückt?“
„Also was ist jetzt? Bin ich jetzt in der Band?“, unterbrach sie Pan.
Doch Jesus brüllte: „Nee, du hast doch gehört, dass ich hier bloß als Tischler bin. Außerdem, selbst wenn wir noch eine Band hätten, wäre sie ja nicht mehr cool, wenn wir solche wie dich mitmachen ließen und jetzt zieh deinen Kopf aus dem scheiß Loch.“
„Geht nicht, ich stecke mit den Hörnern fest“, sagte Pan grinsend.
„Dämlicher Ziegenficker“, meinte Krischna böse und ging Vaseline holen.

 

Jun 11

„Ich finde es schrecklich, was die Kirche aus der Religion gemacht hat!“, meckerte Jesus lautstark.
„So, was denn?“, wollte Krischna wissen, als die beiden gerade um die Ecke bogen und den See hinter den Häuserdächern erblickten.
„Na ja, früher, da war Religion doch für jeden was. Jeder fand irgendeine Gottheit cool und versuchte so zu sein wie sie. Aber heutzutage… Welcher Jugendliche sammelt denn schon Heiligenbildchen? Die fahren alle nur auf Superhelden ab. Und ich finde die haben recht. Ein Gott sollte sich doch schließlich nicht nur um das Seelenheil kümmern, sondern ab und zu auch mal für die Menschen da sein und den einen oder anderen Schwerverbrecher hinter Gitter bringen. Ein paar gute Werke vollbringen eben.“
Krischna nickte: „Ich mag am liebsten Hellboy und Wolverine. Die rocken ja wohl mal voll.“

„Da siehst du’s, genau das meine ich. Warum können wir nicht ein bisschen so sein wie die?“, fragte Jesus theatralisch.
„Tja, vielleicht sollten ja alle religiösen Menschen versuchen ein gutes Leben zu führen, dann gäbe es wahrscheinlich gar keine Verbrecher“, sinnierte Krischna vor sich hin.
In diesem Moment ertönte in einem Haus auf der anderen Straßenseite eine Sirene. Dann hörten sie Reifen quietschen und ein silberner Mercedes raste an ihnen vorbei. Jesus und Krischna blickten sich einen Moment erschrocken an. Dann meinte Jesus: „Die Sparkasse am See wurde ausgeraubt. Das ist unsere Chance!“
„Was für eine Chance?“, fragte Krischna.
„Na Superhelden zu werden, du Depp!“, antwortete Jesus.
„Wie sollen wir das denn machen?“, fragte Krischna ärgerlich. „Hinterher laufen oder auf den Bus warten? Außerdem kann ich doch meinen Grill nicht stehen lassen.“
Jesus winkte ab, „Ach lass den Grill. Die Ganoven haben die Strasse genommen die um den See führt. Wir brauchen ihn nur zu überqueren und eine Straßensperre zu errichten. Folge mir!“, rief er und rannte los. Krischna fluchte vor sich hin und lief seinem Kumpel hinterher.
„Wo bleibst du denn?“, rief Jesus, der am Seeufer stand. „Spring einfach auf meinen Rücken!“
Krischna tat wie ihm befohlen, fragte aber: „Ich dachte du kannst nicht mehr übers Wasser laufen, wenn dein Onkel Poseidon dich nicht trägt.“
„Ha, der arbeitet an den Wochenenden als Bademeister am See. Da kann niemand ertrinken und wir haben quasi freie Fahrt“, rief der Heiland und sauste mit Krischna huckepack über den See, als ob er von einen Schnellboot gezogen würde. Als sie die Uferböschung auf der anderen Seite hochgeklettert waren, blickten die beiden sich um. Der Wagen der Bankräuber war schon zu hören. „Verdammt, womit sollen wir denn hier eine Barriere errichten?“ rief Jesus. „Hier gibt es ja nur diese Steinwand, ein bisschen Wiese und Plastikmüll.“
Krischna zog einen Fisch aus seiner Tasche, der ihm auf der Überfahrt in Gesicht geklatscht war. „Kannst du eigentlich immer noch den Trick mit dem Fische duplizieren wie nach der Bergpredigt?“
Jesus grinste.
In diesem Moment bog der Fluchtwagen um die Ecke und raste auf sie zu. Krischna warf den Fisch hoch und hielt sich die Augen zu. Es krachte. Als der Inder die Augen wieder öffnete lag ein riesiger Berg toter Fische auf der Strasse. Jesus und er standen vor dem Fischberg unter dem der Wagen begraben war. Sie blickten sich an.
„Und jetzt?“, fragte Jesus.
„Jetzt warten wir bis sie rauskommen und hauen sie bewusstlos“, meinte Krischna und schlug mit einer Faust in die flache Hand.
Jesus legte die Hände hinter den Kopf und sah in den blauen Himmel. „Och weißt du, immer diese Gewalt…“ säuselte er vor sich hin.
Krischna sah ihn an. „So? Was war denn als du die ganzen Ungläubigen mit deiner Peitsche aus dem Tempel gejagt hast?“
„Ach die Peitsche, ja das war wirklich ein Prachtstück. Ich habe sie Miriam genannt“, schwärmte Jesus bis er Krischna’s vielsagenden Blick gewahr wurde. „Aber die habe ich schon vor ganz langer Zeit bei Ebay an einen gewissen Knecht Ruprecht versteigert. Ehrlich!“
„Na, dann“, seufzte der Inder, „verwandle ich mich halt in meine kosmische Gestalt und mach’s allein.“
Jesus klopfte ihm auf die Schulter. „Ok super!“
Krischna stellte sich auf die Mitte der Strasse und schrie laut auf, dabei wuchsen ihm zwei weitere Arme und seine Haut färbte sich dunkelblau. Die Bankräuber, die sich gerade aus dem Fischberg rausbuddelten staunten nicht schlecht, als der blaue Mann auf sie zu gerannt kam und die Scheiße nur so aus ihnen raus prügelte. Sie schienen überglücklich als die Polizei endlich eintraf und sie festnahm.
Jesus und Krischna, welcher sich nun wieder zurückverwandelt hatte, schlugen sich in die Hände. Dann brachten sie zusammen mit der Polizei das Geld, das die Diebe erbeutet hatten, zur Seesparkasse zurück.
Zum Dank schenkte ihnen der Direktor ein Jahr lang ein kostenloses Girokonto und überreichte ihnen mit den Worten: „Hier, wenn ihr es zu etwas bringen wollt, dann ist das ein guter Anfang!“ jedem ein Sparbuch.
Als sie die Sparkasse verließen, lächelte Jesus zufrieden vor sich hin und blätterte in seinem Sparbuch. „Wenn das Superheldengeschäft sich immer so lohnt, dann werde ich in der Tat nichts anderes mehr tun“, sagte er bis er den Kontostand erblickte. Entsetzt drehte er zu seinem Kumpanen „Hast du etwa auch ein leeres Sparbuch bekommen?“ Doch dieser warf das Heftchen gerade über seine Schulter. „Also echt Jesus. Gute Werke sind doch voll für’n Arsch!“, meinte er grimmig und ging den Grill suchen.

 

Jun 03

Krischna kam mit einem alten Hollandrad angegurkt. Jesus begrüßte ihn mit Handschlag.
„Wo hast du denn das olle Ding her?“, fragte Jesus.
„Das hab ich mir am Bahnhof organisiert“, sagte Krischna ohne mit der Wimper zu zucken.
„Da wird aber jemand schlechtes Karma bekommen“, witzelte Jesus.
Doch sein Kumpel fand das gar nicht so lustig. „Ich hab ja nicht gesagt, dass ich es nicht zurück bringen werde“, entgegnete er gereizt.
„Huhu!“, machte Jesus und zog eine Grimasse. „Krischna bringt mal was zurück. Haben wir jetzt etwa die Woche der guten Taten?“
„Ich bin wenigstens nicht übers Wasser abgehauen, um mich vor der Rechnung für das Abendmahl zu drücken“, meinte der Inder auftrumpfend.
Doch jetzt fand auch Jesus das nicht mehr lustig: „Wo ist denn dein Fahrradhelm?“
„Fahrradhelm? Du hast wohl zu lange am Kreuz gehangen. Ich mach mir doch die Frisur nicht mit so ’nem Teil kaputt. Ist mir egal, ob das Gesetz ist oder nicht“, antwortete Krischna trotzig.
„Na in den Himmel kommst du so sicher nicht“, sagte Jesus.
Krischna wollte gerade etwas erwidern, doch in diesem Moment kam der Fahrschulwagen angefahren. Aus diesem Grund schob er das geklaute Rad schnell zu Jesus, damit der Lehrer nicht merkte, dass er ohne Helm gefahren war.
Der Fahrlehrer stieg aus und begrüßte die beiden, dann setzte er sich auf den Beifahrersitz. Krischna nahm den Fahrersitz in Beschlag und Jesus, der nur dabei war um moralischen Beistand zu leisten, nahm auf der Rückbank Platz. „Spiegel, Blinker setzten, Schulterblick“, sagte Herr Bummler.
Krischna trat aufs Gas und ließ die Kupplung mit einem Satz kommen, so dass das Auto mit einem Ruck losfuhr. Sofort stürzte er sich ins Getümmel. Herr Bummler rief: „He, wo haben sie denn Autofahren gelernt, Herr Wischnuson, in Kalkutta oder was?“
„Äh - ja“, gab Krischna zurück.
„Wischnuson?“, murmelte Jesus fragend.
„Was dachten sie denn, Herr Christus? Dass ich keinen Nachnamen habe?“, verteidigte sich Krischna.
„Blinker, Blinker!“, rief Herr Bummler dazwischen. Der LKW hinter ihnen hupte. Krischna hupte zurück. „Nein, nicht hupen!“, rief der Fahrlehrer.
„Herrje, Sie machen so viele Dinge auf einmal, als ob sie vier Arme hätten, da komm ich gar nicht mit dem Gucken hinterher“, stellte der Fahrlehrer fest, während er versuchte Krischna abermals vom Hupen abzuhalten, wobei dieser das Fenster runtergekurbelt hatte um jemandem aus dem Gegenverkehr den Mittelfinger zu zeigen und gleichzeitig elegant einen BMW ausbremste. Herr Bummler raufte sich die Haare.
Jesus bemerkte: „Sie machen Fortschritte Herr Vischnuson, wir bekommen Ihren deutschen Führerschein sicher schon in ein paar Jahren.“
„Danke, Herr Christus“, antwortete der Angesprochene, während er mit dem Fahrlehrer um die Kontrolle des Lenkrads stritt, weil er trotz starken Gegenverkehrs zum Überholen angesetzt hatte.
Als der völlig überforderte Fahrlehrer es nicht mehr schaffte zu bremsen, weil Krischna einer hübschen dunkelhäutigen Frau zuwinkte, dabei laut hupte und die Kinder auf dem Zebrastreifen aus dem Weg springen mussten, schrie er laut: „Oh Gott!“
„Ja was ist denn?“, antworteten Krischna und Jesus sofort im Chor.
„Ist doch niemand verletzt!“, sagte Jesus, der durch die Heckscheibe lugte.
„Meine Nerven“, seufzte Herr Bummler und hielt sich die Augen zu.
„Da vorne ist ein Drive-in. Ich spendier Ihnen jetzt erst mal einen Kaffee“, meinte Krischna, zog das Lenkrad mit einem Ruck nach links und fuhr durch den bewachsenen Mittelstreifen und zwei Spuren quer über die Gegenfahrbahn.
Jesus bestellte ein Kindermenü mit Spielzeug und Krischna einen vegetarischen Hamburger. Den Kaffee stellten sie dem Fahrlehrer in den Becherhalter und fuhren weiter.

Als die Fahrstunde zu Ende war, stellten Krischna und Jesus erstaunt fest, dass Herr Bummler so gut wie gar nicht mehr gemeckert hatte.
„Immerhin hat er seinen Kaffee getrunken“, sagte Herr Vischnuson zufrieden.
„Nein, ich glaube, der ist ihm aufs Hemd gespritzt, als du die Abkürzung durch den Vorgarten genommen hast“, meinte Jesus.
Krischna schüttelte Herrn Bummler an der Schulter. „Du, weißt du was?“, sagte er, „Ich glaube er ist tot!“
„Ach, was!“, entgegnete Jesus: „Der ist nicht tot. Der stellt sich bloß einer elektroenzephalografischen Herausforderung.“
„Nee, jetzt mal ernsthaft“, sagte sein Freund, der keinen Puls bei dem Fahrlehrer finden konnte. „Darüber macht man keine Witze.“
Jesus stieß ein bedauerndes „Oh jemine!“ aus.
Da fragte ihn der Inder: „Sag mal, kannst du eigentlich immer noch Leute von den Toten auferwecken?“
Jesus seufzte: „Ja schon, aber das ist immer so anstrengend und ich wollte mir die Energie lieber für unsere Band aufheben. Kannst du dir nicht einfach einen neuen Fahrlehrer suchen?“
„Ach, komm mach schon“, forderte Krischna ihn auf. „Ich hatte mich gerade so an ihn gewöhnt.“
„Na gut, weil du es bist“, seufzte Christus und legte dem Mann die Hände auf den Kopf und schloss seine Augen. Sofort machte Herr Bummler seine wieder auf.
„Am Ende war es doch ganz ok, oder?“ fragte Krischna ihn.
„Ja, ja, sie machen Fortschritte“, antwortete der wiederbelebte Fahrlehrer etwas benommen.
Die beiden Götter stiegen aus. Krischna klopfte Jesus auf die Schulter und fragte: „Und wann machst du deinen Lappen?“
Jesus nuschelte: „Och, kein Geld. Außerdem würde ich eh viel lieber Motorrad fahren.“
Der Fahrlehrer kurbelte das Fenster herunter und sagte: „Dann gewöhnen Sie sich lieber an, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Mir entgeht nämlich nichts, wissen Sie?!“