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Mose und der Weihnachtsbaum
Früher als Judentum, Christentum und Islam noch eine Religion waren, wanderten
einmal alle Mitglieder dieser Urkirche zusammen mit Mose durch die Wüste.
Damals
war noch alles in Ordnung. Wenn es so geblieben wäre, hätte es viele Kriege
wahrscheinlich
nie gegeben. Wenn sich alle an ihre Religionen gehalten hätten ebenso, denn
trotz
des Bruches zwischen diesen Religionen, haben alle eine klare Aufforderung bekommen,
Frieden zu halten, beziehungsweise keinen Krieg mit den Anderen an zu fangen.
Na wie
dem auch sei, damals war die Welt noch in Ordnung, die Juden, Christen und Moslems
schlugen sich nicht gegenseitig die Köpfe ein, sondern allen übrigen Menschen.
Außerdem wurde auch noch irrsinnig genau darauf geachtet, dass alle Gebote bis
aufs kleinste Detail befolgt wurden. Einmal kam zum Beispiel eine Gruppe von
Leuten zu Mose und sagte: „Du Mose, da sind ein paar Leute in einem Zelt und
feiern. Sie sagen, sie hätten eine Vision gehabt und gesehen, dass heute der
Jahrestag für die Ankunft des Messias sei.“
Mose antwortete: „Ja und? Ist doch schön, wir können doch ruhig eine fröhliche
Religion sein, oder?“
Die Leute gestikulierten wild und riefen aufgeregt: „Ok, aber die haben einen
merkwürdigen Baum gekauft, den phönizische Händler aus dem Norden importiert
haben. Dieser Baum hat allerdings keine Blätter sondern Nadeln; und jetzt
tanzen sie wild um den Baum herum und machen sich gegenseitig Geschenke. Einige
singen
sogar ‚Schneeflöckchen‘ oder ‚O Tannenbaum‘.“
Moses Gesicht verfinsterte sich: „Was?! Ich habe euch doch verboten um heidnische
Kultpfähle herum zu tanzen. Steht doch extra in der Bibel. Da war mir ja
sogar
das goldene Kalb noch lieber.“
Moses Bruder Aaron fragte: „Bibel? Ich dachte, wir wollten es Koran nennen.“
Doch Mose winkte ab: „Ist doch alles das Gleiche, da braucht man sich doch keinen
Kopf drum machen!“
Da rief die Menge zu Mose: „Und was sollen wir jetzt mit diesen Frevlern machen?“
Darauf antwortete er: „Bin ich Jesus? Diese Querulanten müssen alle sterben.“
Ein Mann trat an ihn heran und fragte: „Mose, sollen wir sie verbrennen, wie
wir es mit heidnischen Zauberern zu tun pflegen oder lieber steinigen, wie den
Mann
der letzte Woche am Sabbat Holz gesammelt hat?“
Mose setzte sich und musste über all das nachdenken. Nach einer Weile erhob
er sich und sagte: „Ach Scheiße, warum muss denn Religion immer ein Vorwand für
Gewalt sein? Und ich soll hier immer alles bestimmen, dass geht mir auch langsam
auf den Sack. Wenn nachher was schief läuft, gebt ihr wieder nur mir die
Schuld. Am Ende darf ich nicht einmal ins gelobte Land. Das ist mir alles viel
zu dogmatisch, ich habe darauf keinen Bock mehr. Deshalb spielen wir
jetzt Lotto und wer gewinnt, darf entscheiden, was wir mit den Spinnern machen.“
„Lotto?“, fragten die Leute, „Ist es nicht so, dass wir dadurch bestätigen, dass
alles dem Zufall überlassen bleibt und man immer nur die Illusion auf ein besseres
Leben bekommt?“
„Ja klar,“ antworte Mose, „aber ist denn Religion oder Politik etwas anderes?
Durch Lotto hat wenigstens jeder die Chance, dass er etwas bewirken könnte,
da
hätten wir dann schon mal der Demokratie etwas voraus, denn da kann ja einer
alleine überhaupt nichts ausrichten, selbst wenn er noch so gute Ideen hat.“
Das leuchtete der Urökumene ein und sie spielten Lotto, um über das Recht
der Angeklagten
zu verfügen. Am Ende gewann ein Typ, der später noch im Kapitel „Die wahre
Geschichte des Weihnachtsmannes“ beschrieben wird. Die anderen Mitglieder bedankten
sich bei Mose für die Erfindung des Glücksspiels und spielten zu allen Gelegenheiten
Lotto. Auch heute noch kann man manchmal sehen, dass Kirchen, die kurz vor dem
Bankrott stehen, versuchen, durch Tombolas den Gläubigen Geld aus der Tasche
zu ziehen und dann den Spielsüchtigen einreden, dadurch etwas Gutes
zu tun.
Mose dagegen hatte kein Bock mehr auf Religion und kam wirklich nicht mit in das gelobte Land. Stattdessen meditierte er bis er erleuchtet wurde und konvertierte zum Buddhismus.
Ich persönlich habe nichts gegen den Buddhismus, aber meiner Meinung nach sind
Buddhisten entweder kleine dicke Männlein, die friedlich irgendwo herumsitzen
und meditieren oder pseudoliberale europäische Geschäftsmänner, die
keine
Lust
haben Kirchensteuer zu bezahlen und sich von der Masse abheben möchten.

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